FVNERAL FVKK - Indecent Idols


VÖ: 23.10.2026
(Dying Victims Productions) 

Style: Epic Doom 

Homepage: 
FVNERAL FVKK 

2015 in Hamburg gegründet, legten FVNERAL FVKK mit dem bewusst einer bestimmten Institution den Kampf ansagenden Namen ein sattes Pfund auf die Waage, dass in der Doomszene mächtig einschlug. Dieser Tage bringt die von von Cantor Cinaedicus geführte Band ihr zweites Album unter dem Titel 'Indecent Idols' in Umlauf, worauf Doomjüngerschaft neun Jahre sehnsuchtsvoll warten musste. Regnerisch kalt Sturmwindverhangen trübes Herbstwetter... umso mehr machen solche Veröffentlichungen Sinn. Mittlerweile zu fünft mit zweitem Gitarristen dessen Pseudonym Pastor Pellex lautet, ergeben sich FVNERAL FVKK noch vielseitigere Möglichkeiten. 'Indecent Idols' doomt gehaltvoller als das Debüt. Inhaltlich gehen FVNERAL FVKK diesen Namen bewusst aufgrund unverhohlen geäußerter Kirchenkritik wählend erneut heftig mit den Sünden der heiligen römisch katholischen Kirche in Gegenwart und Vergangenheit ins Gericht, deren Schuldregister weit reicht. Sechs zwischen sechs bis acht Minuten Spieldauer gedehnte Kompositionen plus vorangestelltem Intro wecken reichlich Spannung.

„Confiteor“ schafft mittels klagendem Pastorengesang, und Kanons umrahmt von Glockenschlägen zum Einstieg intensiv düster-melancholische Trauerstimmung „Crosses to Gallows“ beginnt schleppend vor sich hin solierend, ein dichtes Netz wehmütiger Schwermut webend, „A Hidden Threnody“ beginnt per gesprochenem Dialog – dessen gesagten Worte ein Verbrechen ausdrücken, weshalb der Titel „A Hidden Threnody“ nicht von ungefähr kommt... was zunächst mit Marschintro feierlich wirkt, entwickelt sich mit zerbrechlich trauergeplagt weinerlich sowie gefühlvoll von fesselndem Charisma beseelt klagendem Gesang von Cantor Cinaedicus' der jedes Wort hingebungsvoll klagend in den Raum verteilend wirken lässt, zur melancholischen Doomorgie. Am Ende kommt sogar nocheinmal direkt per Dialog zur Sprache, das ein solches wie das im Song angeprangerte Verbrechen kein Kavaliersdelikt ist für dessen Folgen es keinerlei Entschuldigungen gibt! Gesanglich gereicht Cantor Cinaedicus Stimmbandästhet Rob Lowe auf stärkstem Toplevel zur Ehre. Die Gitarrenfraktion Decanus Obsceanus/Pastor Pellex ergänzt sich hervorragend zueinander. Vicarius Vascillo am Tieftöner bildet zusamnen mit Frater Flagellum hinter Kesseln und Becken eine durchweg kompakt agierende harmonisch sicher getaktete Rhythmussektion.

„The Beasts of Speyer“ basierend auf einem wahren historischem Ereignis beginnt mit zuckersüß empfindliche Seiten der Seele berührender Gitarre, danach schlägt das erste schwermütige Riff den Heavynessgrad steigernd kompakt ein, verträumt melodische Leadsoli, verbnden mit sanften Momenten feiner Akkustikgitarren-Akkorde geben dem Song Würze, das Organ vom Cantor löst kribbelnde Spannung aus, danach folgt „Bischop of The Iron Gard“ der längste und schwerste Track, wo tonnenschwere Gitarrengrooves rollen, gezielt um sich greifend Schwarz getränkt bedrohliche Düster-Epic durch den Raum dringt ehe das Tempo umschlägt, alles wegblasend mächtig angezogen wird. „Leichensynode“ erweist sich als vor Spannung triefend reichlich Friedhofsaura beinhaltende Predigt zeigt nicht nur, - nein legt den Finger schmerzhaft das es wehtut in die Wunde heuchlerischer Frömmelei.„Even In Death“ (We Possess You) wirkt zunächst als Art Sakrament für die Verstorbenen rechnet jedoch mit schamlos betriebener Doppelmoral seitens der Institution Kirche ab, der schon Luther eine Absage als weltliche Gerichtsbarkeit über des Menschen Glauben aufspielt erteilte zumal dies allein Gott gegeben ist.

Was für ein Monat! Erst die neuen THRONEHAMMER, CARDINAL FOLLY-und SMOULDER Alben, die aktuelle nachgeholte (leider letzte) SPIRIT ADRIFT, das neue TONY IOMMI-Album und jetzt dieser jede noch so kleinste Silbe hingebunsvoll zelebrierende Epic-Doomhammer! Deutetete das 2017er Lecherous Liturgies'-Debüt bereits reichlich Klasse an, haben FVNERAL FVKK mittels kontinuierlicher Weiterentwicklung ihr Meisterstück gemacht. Musik und Lyrik sind aufeinander abgestimmt. Intensiver lässt sich dunkler Epic Doom nicht bringen.

Fazit: Pflichtlektüre für Anhängerschaft zeitlos Monumental epische Schwermut verbreitender Kapellen wie CANDLEMASS, COUNT RAVEN, PROCESSION,“ ORODRUIN, SOLITUDE AETURNUS und SAINT VITUS deren Riege sich dieses Album munter hinzugesellt. Knietief unter die Haut gehender, das dunkle Schwermut Genre hochkarätig präsentierender Epic-Doom Tobak! 9/10

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