ADORNED GRAVES - Dream II

VÖ: 25.09.2026
(Soundmass Records)
Style:Heavy Metal/Epic Metal/Progressive Metal/Thrash
Homepage:
ADORNED GRAVES
Ein Jahr hat es gedauert, jetzt legen ADORNED GRAVES den Nachfolger ihrer 'Dream I' betitelten EP nach und machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Die Kaiserslauterer schaffen es Thrash und Traditionellen Heavy Metal nahtlos ineinander fließen zu lassen und sich ebenso anderer Stile (Hard Rock, Progressive Metal) zu bedienen. Nach dem heftig schnellen die Post abgehen lassenden „Disaster“ folgt „On The Edge“, - akustisch beginnend großes im traditionellen Oldschool Metal-Stil gehaltenes Epik-Metal-Kino, das auf Anhieb Gänsehaut erzeugt, sich mit jedem Takt intensiv raumgeifendes Feeling versprüht. Diese Faust-Recknummer hätte glatt aus Feder von ACCEPT, GRAVE DIGGER, MOB RULES oder PALACE stammen können. Umso mehr verwundet es diesmal, dass die Thrashanteile der Vergangenheit fast komplett dem Epic Faktor gewichen sind. Zweifelsfrei auf 80er Fundament stehend, jedoch nicht darunter Wurzeln schlagend.
Der Titeltrack vorliegender EP „Dream II“ geht nocheinmal tempogedrosselter in den Stampfmodus, um sich mit epischer Komponente zu verbinden. „Light Side of the Grave“ ist düster-melancholisch gestrickt, prophetisch gesprochene Passagen sorgen für elektrisierende Aura, danach setzt das Gitarrenriff ein une es wird erneut richtig episch, bis plötzlich ein progressiver Übergang folgt, der sich erneut mit raumgreifender Epik inklusive den Hauptgesang stützender Hintergrundvocals verbindet. „Starry Night“ ergeht sich nocheinmal in schleppend leidender Klageelegie um in kraftvollem Hard Rock-Groove mündend sauber vollzogenen Übergang in den traditionsbehaftet erneut Gänsehaut auslösenden Hynnenfaktor zu schaffen, ehe das Stück von dunkel heroischer Melancholie durchdrungen ausklingt.
Was ich an ADORNED GRAVES sehr schätze, ist, das sie unberechenbar sind, vielleicht deswegen umso mehr fesseln. Bei dieser EP der begabten Rheinland-Pfälzer Viererbande sticht allem voran der hohe Epic-Faktor ins Auge. So fokussiert episch waren ADORNED GRAVES bisher nicht unterwegs. Mal abwarten und schauen, wie diese Tendenz von der treu ergebenen Fanbasis wahrgenommen wird.
Fazit: Um ein vielfaches epischer als gewohnt mit Ecken, Kanten und viel Tiefgang. Anhängerschaft wird auf keinen Fall enttäuscht. Vielseitig, spannend, ungewohnt überbordend episch und trotzdem wieder eine sichere Bank! 8,5/10

