WATCHER - Misstress Of Our Time

VÖ: 25.09.2026
(Dying Victims Productions)
Style: NWOTHM
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WATCHER
WATCHER gehören zu den zahlreich talentierten Vasaland-Bands, die wissen, wie krachender Schwedenstahl per Traditions-NWOTHM-Rezept serviert wird. Die Truppe um Stimmbandästhet Victor Gustafson seit 2023 bestehend hat – mächtig vor allem eines - mächtig Drive. 'Mistress Of Our Time' heißt der zweite Streich dieser talentierten Combo.
Richtig opulent heroisch startet „Sorceress“, bricht jedoch zum Ausklang etwas zu plötzlich ab, es wirkt als wären hier die Ideen ausgegangen. Die Tatsache, das zwei Kompositionen sind in schwedischer Landessprache, gehalten sind, während alle anderen acht in englisch gesungen werden, trübt den Hörgenuss nicht im Geringsten. Meist geht es rasant mit viel Drive auf der Wumme vorwärts. Etwas Tempo-Variabilität wäre bei aller Vorliebe für den Dreh am Temporad zeitweise schon mal erforderlich, davon ab, ist der Inhalt dessen, was dieser talentierte Schwedenstahl fabriziert über weite Strecken vorzeigbar. Als hätten sie den Gedanken bereits erahnt nimmt „Down From The Skies Divine“ kräftig den Fuß vom Tempopedal, um spätestens ab der Mitte den Schlagzahltakt gewaltig zu erhöhen, jedoch nicht ohne zwischendurch das epische Moment hervorzuholen.
Mit „Chalice Of Light“ wären wir auch schon bei der Albumhälfte angelangt, die Nummer drückt voluminös krachend mit reichlich Widerhall, hier tun sich erneut hymnenhafte Charakterzüge hervor, zeitweise bin ich bei dem Stück geneigt an frühe IRON MAIDEN zu denken, ehe fulminante Geschwindigkeitsattacken einsetzen, deren Power sich mit heroischen Parts wechselt, zeitweise besitzt die Nummer True Metallischen Anstrich. „2084“ geht inhatlich weit in Richtung Zukunft Kernig wirbelnde Twinleads, fließende Melodieführung und ratternde Groovelines, taktsicheres Schlagzeugspiel, galoppierende Gitarrenriffwände und heroischer Gesang Klartongesang sind zur Genüge vorhanden. „Cult of Andromeda“ überrascht dann mit Backingvocals und spannenden Wendungen und wer zu „Chosen bei Fate“ vergisst die zu Rübe schütteln, hat dieses Album entweder nicht verstanden oder es gibt einen wirklich gravierenden auf anderer Ebene nachvollziehbaren Grund.
Was auf diesem tollen von hymnenhaftem Flair beseelten Album noch fehlt, ist so etwas wie eine im Ohr hängen bleibende Überfliegerhymne. Dies könnte vielleicht auf dem nächsten Album spätestens der Fall sein. Starken Schlußpunkt unter einen Release dessen Inhalt weder spieltechnisch noch finessenhaft geschweige denn erfrischende Dynamik vermissen lässt, setzt das gedehnte 8:35 Minuten Lang-Epos „The Raven“.
Fazit: Fein geschmiedeter Schwedenstahl auf packendem künftig noch etwas ausbaufähigerem Level, dessen Inhalt sich neben einem halben Dutzend weiterer bockstarker Combos im Genre hinzugesellt. WATCHER gehören zu jener Sorte talentierter Combos, deren Musik goldenen 80er Spirit authentisch ehrlich bis auf's Blut unwiderstehlich direkt ins Antlitz der Gegenwart hinein transportiert. 8/10

