NORTH SEA ECHOES - How To Cast A Shadow

VÖ: 24.07.2026
(Metal Blade Records)
Genre: Elektro/Progressive
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NORTH SEA ECHOES
In den Sternen steht weiterhin die Zukunft von FATES WARNING, der Titel ihres letzten Langeisens „Long Day Good Night“ sehen viele als Omen an. Seit dessen Release haben die beiden Hauptprotagonisten, Sänger Ray Alder und Gitarrist/Songschreiber Jim Matheos mit A-Z bzw. KINGS OF MERCIA je ein Hard Rockprojekt am Start. Dazu haben beide unter dem Namen NORTH SEA ECHOES ein eher elektronisches Album aufgenommen. „Really Good Terrible Things“ transportierte zwar die Stimmung und die Experimentierfreude ihrer Stammcombo, war musikalisch dennoch deutlich anders gelagert. Zwei Jahre späte legt das neue Vehikel mit „How To Cast A Shadow“ nach.
„A Time Of Innocence And Purpose“ lässt am Anfang vermuten, dass es sich hier um eine Fortsetzung des Erstlings handelt. Elektronische Beats, die schemenhaft im Hintergrund verharren und diese Synthschwaden, die gespenstisch vorbeiziehen, evozieren diese unheimliche Atmosphäre. „Revenge“ ist später ebenfalls sehr elektronisch gehalten, nimmt aber mehr Fahrt auf als das gesamte Debüt, flotter und beschwingter. „What Is And What Was“ fährt diese Schiene weiter, Akustikgitarren dazu kennen wir schon von der Combo.
Jedoch nicht in der Art und Weise, wie sie in „Good Enough“ verwendet werden, das gänzlich ohne andere Instrumente auskommt. Meist sehr intim gehalten, lässt der wunderschöne melodische Refrain fast an PINK FLOYD denken. Nicht die einzige Ballade auf der Scheibe, wobei die anderen konventioneller klingen, den Begriff Powerballade strapazieren. „Villains Or Saints“ setzt mit blubbernden Synthesizern und schleppenden Gitarren noch auf die dezente Melodieführung, während das ausbrechende „Enjoy The View“ die große Geste bemüht.
Auffällig hier, dass Dennis Leeflang echte Drums beisteuert und so die Nummer in den Rockdrive bringt. Das gestaltet „How To Cast A Shadow“ offener, unterbricht aber immer wieder die typische Sphärik. „I´ll Leave A Light On“ kommt sogar in die Dimensionen ihrer weitaus legendäreren Combo, in Sachen Riffarbeit ist die Handschrift ganz klar erkennbar. Von der Melodieführung an die späten Alben angelegt, bringt Alder dem Stück eine tolle Dynamik. Auf der anderen Seite bringt das treibend-rockige „All That Comes After“ das Geschehen näher an den Output seit der letzten FATES WARNING.
Im besten Fall gehen die Elemente gewinnbringend ineinander über, „All Fall Away“ beginnt mit puckernder Elektronik, der Refrain zieht dann mit raumgreifenden Licks und echtem Schlagzeug an. Am Ende weiß der Titelsong am besten zu gefallen, die perlenden Töne atmen ein wenig den Geist von „A Pleasant Shade Of Grey“. Alles sehr ruhig und getragen gehalten, kann die Gitarre trotzdem Platz für sich beanspruchen. Ob man nun dessen durchweg dunkle Stimmung auf Albumlänge hätte, oder den Abwechslungsreichtum von hier mehr mag, ist Geschmackssache, in beiden Fällen zeigt sich das Können der zwei.
7,5 / 10

