ICONIC - II
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VÖ: 31.07.2026
(Frontiers Music)
Genre: Hard Rock
Homepage:
ICONIC
Mit Supergroups ist das immer so eine Sache, es sollte am Ende des Tages auch mindestens ein fähiger Songwriter darunter sein. Derer hat die Frontiers-Zusammenstellung mit Sänger Nathan James und Gitarrist Michael Sweet gleich zwei, auch Bassist Marco Mendoza beherrscht jenes Handwerk, genauso wie der zweite Saitendehner Joel Hoekstra. Dennoch blieb das Debüt hinter den Erwartungen zurück, wobei ICONIC mit Drummer Tommy Aldridge mehr als prominent ergänzt wird. Die Richtung stimmte zwar, James blieb mehr bei seinen Wurzeln als mit INGLORIOUS, jedoch konnten seitdem weder seine Combo noch STRYPER mit Sweet oder Hoekstra vollends überzeugendes nachschieben. Also der zweite Versuch, dem das Quintett den schlichten Titel „II“ verlieh.
Das Letzte, was auf der Facebook-Seite bislang zu sehen ist, ist ein Drum-Playthrough von Aldridge, der es immer noch unfassbar draufhat. Auch wenn er erst nach „1987“ zur weißen Schlange kam, so ist jenes Jahrhundertscheibe weiterhin die Referenz für das Projekt, selbst die gegen Ende melancholisch runtergleitenden Leadfills atmen dessen Spirit. Nach dem fulminanten Auftakt marschiert die Nummer flankiert von jenen unaufhaltsam nach vorne, um in einen kraftvollen mehrstimmigen Refrain zu münden.
Den kann im Anschluss „All I Want“ noch toppen, das alles in Grund und Boden rockt, wobei der gute Tommy die Sticks wild kreisen lässt. Tatsächlich können sie die Hymnenhaftigkeit bei „Open My Eyes“ ein weiteres Mal steigern, das läuft dermaßen süffig rein, dass es einfach Spaß macht. Spaß haben auch die Herren hörbar bei der Sache, was gerade in dem Lied an Solo runtergezockt wird, ist gigantisch. Hyperschnelle Arpeggien, welche gar den späten John Sykes übertreffen, nur um dann die hochfliegende Melodie an den Saiten zu übernehmen.
Ähnlich wie „Second Skin“, aber mit klar mehr Hooks, und noch mehr Dampf in den Kesseln. Klar habe ich seinerzeit den komprimierten Klang moniert, der ein paar Feinheiten verwischt, die sparen sich ICONIC hier und langen beim Gaspedal ordentlicher hin. Das mit knalligen Breaks garnierte „Tears Keep On Falling“ ist noch die ruhigste Nummer des Zweitwerks, aber mit dezenten „Kashmir“-Reminiszenzen alles andere als balladesk. „Far Away“ geht ebenfalls nicht ausschließlich nach vorne und gibt Sweet ein paar Momente am Leadgesang. Sonst röhrt sich James durch die Platte, lässt sich von der Spielfreude seines Ensembles anstecken und singt so inspiriert wie schon lange nicht mehr.
Am besten nachzuhören im explosiven „Heart Of Stone“, das am Ende nochmal alle Stärken der Supergroup bündelt. Wunderbarer Achtzigerstoff, der in dem Sommer viel zum Einsatz im Cabrio kommen dürfte, und um ein paar Keyboards nicht verlegen ist. Die bleiben eher im Hintergrund, um ja nichts von der Power zu verwässern, den die Scheibe ausstrahlt. Da ist es fast egal, wenn sich der Groove von „S.O.S.“ nicht ganz so entfalten kann, oder die rock´n´rollige Attitüde in „Written In The Stars“. Solche Unterfangen können auch nach hinten losgehen, doch ähnlich wie vor ein paar Monaten bei BLACK SWAN bringt die Summe aller Teile den Gewinn. Wo man sich so gefunden hat und die eigenen Brötchengeber zum Teil auf Eis liegen muss scharf nachgewaschen werden, das Material schreit nach Bühne.
8,5 / 10

