TELOMYRAS - Duskfall

VÖ: Bereits erschienen
(Eigenproduktion)
Style: Heavy Metal
Homepage:
TELOMYRAS
Zwischendurch rutscht mir dieses Album noch ins Beuteschema. Traditioneller Heavy Metal dafür stehen TELOMYRAS. Nach drei Singles und EP folgt das Debütalbum 'Duskfall' der seit 2021 bestehenden Band aus den USA, genauer Washington/Seattle. Einflüsse u. a. von CRIMSON GLORY, NEVERMORE METALLICA, DEATH, IGNEA und SEVEN SPIRES werden auf dem Waschzettel als Einflusspektrum erwähnt – das weckt schon mal Neugier. Was ergibt sich daraus? Symphonischer Prog Metal mit Power/Thrashanteilen?
Sammie Gorham verfügt über ein helles Klartonorgan, das jedoch nicht sehr durchsetzungsfähig rüber kommt, entgegen dazu steht verzerrte heißer fieße Nuancen aufzeigende Death-growlakrobatik, die gut gemeistert werden. Deutet sich zunächst im Dunkel-episch fast balladesken kurz vor Ende noch etwas Heavyness aufnehmend stark die Melancholieschiene beackernden Titelstück mehr als nur an, dass TELOMYRAS nicht zu den Bands gehören, die im IRON MAIDEN/JUDAS PRIEST-Fahrwasser schippern, kristallisiert sich spätestens bei „Witch“ speziell das düster-episch-melancholisce Schema heraus. Kraftvolle Gitarren, druckvolle Schlagzeugbeats. feine Leadsoli und ein kontrolliert strukturierter Songaufbau sind neben dem prägend melancholischen Gesang Hauptaspekte, deren Anteil sich im weiteren Verlauf zunehmend festigt. „Reckoning“ macht richtig Tempo, aufeinmal zeigt Sammie Gorham finster growlende Stimmbandakrobatik. So schön das alles klingt, gibt es noch Schwächen, die sich nicht verbergen lassen. Zum einen sticht das häufig im Midtempo-Bereich liegende Songschema hervor, wodurch vieles ähnlich klingt. Schade dass die Instrumentierung phasenweise nicht stimmig zum Hauptgesang ist. Seine Stärkeren Momente hat dieses Album, sobald mehr auf's Tempo gedrückt wird, siehe „Attrition“ und „Harbinger“ (The Eternal Night). So straight der Neuntracker auf den ersten Blick vielleicht wirken mag, fehlt es letztens an Substanz, obwohl viele Ideen zusammen kommen, die sich harmonischer Strukturgebung beharrlich entziehen.
Fazit: Wenigstens ein okayes auf Nummer-Sicher Album, das bei soviel großem Potential weitaus mehr verdienen würde als dieses Resultat. - Zwiespältig. 6/10

