EINHERJER - Lifeblood


VÖ: 19.06.2026
(By Norse Music) 

Style: Epic-Bombast Ambient-Avantgarde Viking-Metal 

Homepage: 
EINHERJER 

Fünf Jahre ließen EINHERJER sich mit ihrem zehnten Studioalbum Zeit. Entgegen der End90er-Alben regiert bei der seit knapp zwei Dekaden nach ihrer Re-Union weiter im Genre aktiven Truppe kein im Pagan-Stil zelebrierter Viking Metal in Reinstahlkultur, sondern eine zunehmend mehr avantgardistische Ausrichtung, was der Musik trotz gewohnter Thematik ein anderes deutlich Bombastischeres Klangbild ergibt. Im Vordergrund stehen Chorgesänge, Synthies und Akustikgitarre, Im Titeltrack „Bloodborn“ halten sich genanntes Instrumentarium und krachende Gitarrenriffbreitseiten zu heroischem Gesang die Waage. Umso besser, wenn es kraftvoll groovt, wie bei „At The Thrashholds End“ und hey, so soft, wie dieses Album von manch schreibender Kollegschaft geredet wird, ist es durchaus nicht. Vielmehr werden catchy Refrains in kraftvolle Gitarrenriffs gepackt, die fast schon was von Dark Fantasy-Metal haben, sich jedoch nordischer Mythologie widmen.

Zu genannten Trademarks gesellt sich Leadsologefrickel und eine allen Tracks wohltuende Vorwärtsdynamik, wo andere Genrecombos gern auch verschachtelt komplex zu Werke gehen, rudern EINHERJER trotz großer Detailvielfalt, die sich erst bei genauerem Hinhören erschließt, geradlinig sicher von heroischem Timbre vorwärts getrieben auf der Mythologie-Spur. Davon zeugen auch das zwischen durch Tempo herunterfahrende „Gone“ und ein mehr durch flexible Dunkel-Melancholische Stimmungen ausgepumptes, Schwertklänge, Dramaturgesang und phasenweise Schlagzeug in den Vordergrund stellendes „Malstrom“.Nach derart viel Bombast glänzt „Dei Sa Ser“ mit fühlbar emotional ausufernd nordischer Folkloremelodie, wo der Spirit der alten Kutlur Norwegens tief gehend verankert zum Vorschein kommt. Nach soviel verträumter Folklore knallt es bei „Arr For Arr“ dunkel-kantig heroisch bärbeissig heroischem Wikingergesang den Vortritt lassend, ehe sich im durch garstigen Gesang und Gitarrenriffattecken und sattem Schlagzeugbeat vorwärts getragenen Groovemonster „Saltworm Runes“ als Highlight herauskristallisiert, indessen „The Eternal North“ abschließend heroisch wie ein mächtiger das Erbe aus weit zurück liegender Vergangenheit schützender Adler aus Herr der Ringe die Schwingen des unsterblich nordischen Mythenfundus (ein nie versiegendes Füllhorn) über das Album breitet.

Eine im Zeichen epischer BATHORY-Outputs gehaltene Produktion tut natürlich ihr Übriges,den Geist auf 'Lifeblood' zu stärken. Kraftvoll geradliniger Viking-Metal heroisch eingängigen Formats, dem es weder an Gehalt noch Spannung mangelt.

Fazit: Feines Bombast-Epic Avantgarde-Wikinger-Kino im Soundtrackformat, dass einschließlich Bombast-Heavyness weiterhin nach EINHERJER klingt und sich demzufolge irgendwo selbst auf (s)einem völlig eigenem Platz im Genre wiederfindet. 8,4/10