SPELL - Wretched Heart


VÖ: Bereits erschienen 
(Bad Omen Records) 

Style: Occult Hard Rock/Metal 

Homepage: 
SPELL

So lange haben sich Kanada's Dark-Okkultmetaller SPELL noch nie Zeit mit ihrem nächsten Studioalbum gelassen. Immerhin sind es mittlerweile schon derer fünf. 'Wrectched Heart' beinhaltet abermals hochkarätiges Kraftfutter das elegant zwischen 70er Classic Hard Rock und 80er Metalinfluenza schwankt, eine logische Weiterentwicklung ihres dynamischen Stils vom heftig eingschlagenden Vorgängeralbum 'Tragic Magic' aufzeigt. „Dark Inertia“ steigt gleich mal heftig ein, sanftere Keyboardklänge umrahmen das verführerische zum Tanzen geradezu verleitende Hard Rock-Bonbon „Lilac“, mega catchy groovende Basslinien, feiner Klargesang und Keyboardfarbtupfer an geeigneter Stelle dosiert. „unquiet Graves“ weckt mit kräftigem Widerhall inklusive gekonnt epischem Part bei gesanglich relaxt vorgetragener Melancholie unruhige Seelen Verstorbener aus ihren Gräbern. Der alle Songs umrahmende Düster-Okkultanstrich schält sich auf 'Wretched Heard' mehr bei den Texten heraus, das zeitweise in Richtung A.O.R. tendierende Keyboard mischt ergänzend heroischen Anteil hinzu. Alle Songs entwickeln hypnotisches Flair was ein gerüttelt Maß Eigenständigkeit garantiert. Vier Jahre Wartezeit waren das großartige Gesamtergebnis wert.  

Außer geradlinigen Grooveparts und komplexer Verschachtelung haben die Kanadier SPELL insgesamt weitaus mehr zu bieten. „Oubliette“ besticht geschickt eingesetzte Gesangsvariation, immerhin teilen sich bei SPELL Cam Mesmer und Al Lester die Refrains, während GATEKEEPER-Rhythmusgitarrist Jeff Black für Backgroundvocals verantwortlich zeichnet, durch leicht mitsingbare Refrains ab der Halbzeit regiert plötzlich unschaltende Gitarrendynamik, bis es wieder episch wird. „Iron Teeth“ entpuppt sich mit extrem  wechsel hafter Wendung angetrieben von irrsinnig leichtfüssig wirkender Griffigkeit als Albumhighlight. „Exquisite Corpse“ besticht durch unwiderstehlich sofort Rockflair geschweige Tanzwut auslösende Taktgrooves. Wüsste man's nicht könnte dieser Song auf einem Tonträger von FOREIGNER, JOURNEY, RUSH, SAGA und TOTO sein. „Savage Scourge“ erzeugt ungeachtet lässiger Grooves unterkühltes Hintergrundflair, das trotz AOR-Zuckerguss zeitweise in Richtung FIELDS OF THE NEPHILIM oder SISTERS OF MERCY blicken lässt. Das Zwischeninstrumental „In Duress“ klingt wie Zeremonialvorbereitungen für eine dunkle Messe. Im fesselnden Titelstück „Wretched Heart“ werden alle Stärken gekonnt reflektiert, zeitweise nimmt der Song mittels Feinmelodiebögen HÄLLAS-Format an. Sagenhaft, was dem Zaubererquartett dunkelmystischer Okkultlandschaften da wieder gelungen ist.

Fazit: Hochkarätig flexibles Okkult AOR/Hard n' Heavy-Elixier, das wie schon bei den vorherigen Releases in Regionen vordringt, die zahlreichen Acts auf dem Sektor verborgen bleiben. Rockt bockstark mit Dunkelmelancholic Unterton. 9/10

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