TIMELESS RAGE - My Kingdom Come


VÖ: Bereits erschienen 
(Metalapolis Records) 

Style: Power Metal mit symphonisch/Progressive/mystisch Düstereinflüssen

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TIMELESS RAGE

'My Kingdom Come' lautet der Titel der zweiten Studiolangrille von TIMELESS RAGE aus Villingen-Schwenningen (Baden Württemberg). Vier Jahre liegt das Debütalbum 'Untold' zurück, da hat sich einiges bei der Süddeutschen Power Metalcombo getan. Nach einigen Line Up-Veränderungen in der Vergangenheit scheint diesmal ein konstantes Band Line Up bei der seit 2012 bestehenden  Süddeutschen Power Metalformation zu bestehen. Soundtechnisch abgemischt kommen Power Metalknaller wie das Opening Stück „My Kingdom Come“, heroisch daher, wobei viel Wert auf epischen Anstrich gelegt wurde. Nach dem Vorgängersänger Frank Breuninger der sich mehr auf DARK SKY konzentrieren will, steht mit Nicolay Ruhnow ein durch seine Tätigkeit bei DOMAIN, NICK HELLFORD sowie den NWOBHM-Veteranen TOKYO BLADE bei deren 'Thousand Man Strong'-Album stimmgewaltig hinlfreich unter die Arme greifend, zunächst Sporen verdienender Stimmbandästhet Gewehr bei Fuß, die von Breuninger hinterlassene Lücke zu füllen. Das macht er ausgezeichnet. Die Gitarren streuen ordentlich Druck, Theatralik-Spannungsbögen fließen ins Songmaterial mit ein, das Keyboard übertreibt's auch schon mal mit zuviel Geschwurbel, zwischendurch in den Song eingewoben heißeres Gekeif versinkt bei „The Enemy Is You“ im Niemandsland robuster Gitarrenwände gegen deren Soundvolumen es fast vollständig untergeht.

Das Gedankenkorsett bei solcherart Musik dreht sich irgendwo im Dreieck zwischen QUEENSRYCHE, KAMELOT und RHAPSODY OF FIRE. Betont mystisch düsterromantisch gestaltet sich „A Vampire's Diary“, In Bezug auf 'My Kingdom Come' passt sogar zeitweise schon mal ein wenig hinkend verkopft proglastiger Gesang ins Geschehen. Konstrukte im Format „The Seed Of Fear“, „The Devil's Masquerade“ oder „Conquistadores“ wollen episch klingen, sind umgeben von geheimnisvollem Flair, was am bunt gemischten zwischen Freiheit, Rebellion, Schuld, Liebe, Macht, Krieg, Leben und Tod variierenden Themeninhalt liegen dürfte. Zeitweise bleibt sich das Konzept ähnlich. „Regrets“ hätte als Kurzes auf gerade mal 1:07 Minuten reduzietes Zwischenspiel perfekt auf ein RHAPSODY OF FIRE-Album gepasst, währenddessen das restliche Songmaterial auf gleicher Spur wie die Vorgängersongs rollt, wodurch das Album mitunter seine Längen hat.

Fazit: Symphonischer Power Metal auf durchdachtem Konzept, ansprechenden Lyrics, Theatralikfaktor und handwerklich recht ordentlicher Umsetzung, dessen Inhalt bei darauf geeichter Anhängerschaft offene Türen einrennen könnte. 7,5/10