JOE JACKSON - Hope And Fury

04 joejackson

VÖ: 10.04.2026
(earMUSIC/Edel)

Genre: Art Pop

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JOE JACKSON

Der ganz große Erfolg blieb ihm immer verwehrt, dazu war der Mann viel zu eigenwillig. Wie Elvis Costello oder Willy DeVille pendelte auch JOE JACKSON zwischen musikalischen Erzählungen und Avantgarde, deren Einfluss größer ist als die Popularität. „Steppin´ Out“ war sein größter Hit, Lesern dürfte „Got The Time“ geläufiger sein, das mal von ANTHRAX gecovert wurde. Bis heute ist der klassisch ausgebildete Sänger und Pianist ein schwer zu fassender Künstler, dessen Output ungebrochen ist, dazu kamen noch einige Soundtrackarbeiten. An Pop-Alben stellt das frisch erschienene „Hope And Fury“ das dreizehnte dar.

So wandlungsfähig er als Musiker auch ist, menschlich setzt er durchaus auf Kontinuität. So arbeitet er lange nach dem Ende seiner ersten Band noch mit Bassist Graham Maby zusammen. Der bekommt auf dem Werk öfter seine Einsätze, die er mit seinem warmen Ton sehr geschmackvoll absolviert. „End Of The Pier“ mit seinem artrockigen Anstrich ist so ein Fall, bei der er in der Strophe um die sparsam dosierten Tastentöne seines Bandleaders herum spielt.
Jackson gelingt es nicht nur bei dem Track aus einem eher introvertierten Titel einen weiten Refrain heraus steigen zu lassen. „Made God Laugh“ ist ein weiteres Paradebeispiel, bei dem Tupfer von Streichern und Glockenspiel die Melodie tragen. Wo Maby ebenso glänzen kann, indem er einen sehr melodiösen Lauf hervorzaubert. Ganz anders in dem beschwingten „Do Do Do“, das fast in Ska-Gefilde reicht, was der Viersaiter ebenso gut zu unterstützen weiß.

Die musikalische Bandbreite, die JOE JACKSON abdeckt ist trotz der Kürze des Drehers bemerkenswert. Neben seinem typischen Art Pop, den er in „Fabuolus People“ sehr flüssig vorträgt, waren Blues und Jazz schon immer ein Thema bei ihm. „After All This Time“ weist ein sehr markantes Gitarrenlead auf, welches eine lässige Melancholie verströmt. Die findet sich ebenfalls in „Faces“, zu dem Streicher ein paar schräge Töne beitragen und der Meister selbst ein famoses Klaviersolo.
Vor diesem gibt es noch tribalartige Gesänge, die seinen Hang zum Ungewöhnlichen unterstreichen. Wobei die im Opener „Welcome To Burning-By-Sea“ noch prägender wirken, den Sprechgesang könnte man mit seinem britischen Humor als Hip Hop-Persiflage werten. Natürlich mit seinem typischen Understatement, der sich speziell in den Arrangements bemerkbar macht. Alles sehr offen gestaltet, kein Ton zu viel, jene die gespielt werden sind perfekt dosiert in einer gewohnt tollen Produktion.

7,5 / 10

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