GREYWIND - Severed Heart City

VÖ: 16.01.2026
(Frontiers Music)
Genre: Emo Rock
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GREYWIND
So gradlinig der Karrierestart war, so schnell ging es anschließend auch wieder abwärts. Kaum war das Debüt „Afterthoughts“ draußen wurden sie vom Major Universal gedropt, über das Spinefarm 2017 vertrieb. Doch die Zwillingen Paul und Stephanie O´Sullivan ließen sich nicht entmutigen, kamen über die EP „Antidote“ wieder an einen Deal. Überraschend bissen Frontiers Music an, denn der Emo Rock der Iren ist nur bedingt kompatibel mit dem wofür das Label sonst steht. GREYWIND ist wohl ein weiterer Versuch der Italiener ihr Spektrum zu erweitern, dazu könnte „Severed Heart City“ beitragen.
Wobei das Artwork mit seiner Achtziger-Ästhetik im Gegensatz zum Erstling durchaus von einer der vielen Melodic Rock-Kapellen aus deren Stall stammen könnte. Ein futuristischer Vibe ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, das war bei einigen Eighties-Produktionen ebenso der Fall, gerade wegen dem verstärkten Einsatz von Synthesizern. Das Ganze könnte man irgendwie als Retro Post Modern kategorisieren.
Ein flirrende Atmosphäre mit fiebrigen Beats leidet „Acid Rain“ ein, bevor es im Refrain von Gitarrenflächen aufgebläht förmlich explodiert. Das Händchen für griffige Melodien und interessante Arrangements kann man den beiden nicht absprechen. Gemeinsam mit den Studioaushilfen in der Rhythmusgruppe werden die kurzen und knackigen Kompositionen gekonnt und druckvoll umgesetzt.
„I.K.A.M.F.“ offenbart im Anschluss sogar punkige Anleihen, wenn die Synths etwas zurückgefahren werden. Da kommen die Wurzeln bei BOYSETSFIRE oder JIMMY EAT WORLD deutlich zum Vorschein. Gerade das prägnante Bassspiel bei Letzteren findet sich vor allem in „Make Believe (L.O.V.E. Me) wieder, oder beim alternativ rockenden „Let´s See If You Can Float“ mit GARBAGE-Schlagseite.
In ruhigeren Passagen wissen das schwebende „Swerve“ zu gefallen, auch wenn es zwischendurch öfter aufbraust. „The Scarecrow“ lässt die Ausbrüche konsequent im Sack und weiß mit Streichern zu betören. Nur vermag die gute Frontdame genau das nicht, ihre Stimme klingt oft überdreht und quietschig, auch der Pin Up-Look macht nicht authentischer. So fällt das was man interessant empfunden hat leider ziemlich in den Kitsch-Topf und hinterlässt einen aufgesetzten Eindruck. Schade, denn musikalisch weiß Bruder Paul eine coole Vison entstehen zu lassen, aber streckenweise tötet Steph echt den Nerv.
6,5 / 10

