VANDERLINDE - Song zum Welt Alzheimertag

Die gefeierte niederländische Americana/Singer- Songwriter Truppe VANDERLINDE veröffentlicht heute zum Welt-Alzheimertag den Song "I think I slowly slip away".

21.09. VANDERLINDE - "I think I slowly slip away"
https://www.youtube.com/watch?v=PGEnwi5yFA8

Groningen, 21.09.2026 – Was bleibt von einem Menschen, wenn seine Erinnerungen schwinden?

Diese Frage steht im Mittelpunkt von "I think I slowly slip away", der neuen Single des aus Groningen stammenden Sängers, Bassisten und Songwriters Arjan van der Linde.

Für Van der Linde ist Gedächtnisverlust kein theoretisches Thema. Arjan war acht Jahre alt, als er in einen schweren Autounfall verwickelt wurde und eine Woche lang im Koma lag. Als er erwachte, hatte er alle Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall verloren.

Van der Linde spricht nicht gerne ständig über den Unfall; lange Zeit begleitete er ihn wie ein Schatten. Doch bei diesem Song kam er an dem Thema nicht vorbei – besonders nachdem er später im Leben die Auswirkungen von Demenz aus nächster Nähe miterlebt hatte. Die Mutter seiner Schwägerin verlor nach und nach immer mehr ihrer Erinnerungen und damit auch einen Teil ihrer Identität. Für ihre Familie bedeutete dies einen langen Abschied von einem Menschen, der körperlich noch anwesend war.

"I think I slowly slip away" fügt sich nahtlos in Van der Lindes bisheriges Schaffen ein; oft thematisiert er darin, was Menschen widerfährt, was sie schmerzt und was ihnen Kraft gibt. Für ihn ist Musik ein Weg, Dinge zu begreifen, die sich manchmal nur schwer in Worte fassen lassen.

Dass er die Musik zu seinem Beruf machen würde, war keineswegs selbstverständlich. Arjan wuchs in einer Arbeiterfamilie in Delfzijl auf. Sein Vater fuhr zur See. In der Schule fiel er nicht besonders auf, doch bei der Musik war das anders. Schon als Junge begann er, Gitarre und später Bass zu spielen. Bereits als Teenager stand er auf der Bühne und spielte Songs anderer Künstler.

Im Alter von etwa achtzehn Jahren lernte er Carla kennen, die später seine Frau werden sollte. Sie ermutigte ihn, sich am Konservatorium in Groningen zu bewerben. Van der Linde selbst hielt dies nicht für die naheliegendste Wahl: Er konnte kaum Noten lesen und sah sich nicht als typischen Studenten. Dennoch wurde er in den Studiengang für Unterhaltungsmusik aufgenommen.

Zu seinen größten Stärken zählten das Zuhören, das Erinnerungsvermögen und die Fähigkeit, auf andere Musiker einzugehen. Während eines Austauschprogramms in New York im Jahr 1999 entwickelte er diesen Spielstil weiter. Rhythmus, das Zusammenspiel und das Lassen von Freiräumen standen dabei im Mittelpunkt. Der Grundgedanke war simpel: nicht das gesamte eigene Können zur Schau stellen, sondern genau das spielen, was der Song verlangt. Im Jahr 2000 schloss er sein Studium mit der Note 8 ab. Laut seinem Lehrer wäre sogar eine 9 möglich gewesen – hätte er nicht darauf bestanden, bei seiner Abschlussprüfung "Whole Lotta Rosie" von AC/DC zu spielen.

Kurz darauf gründete er seine eigene Band: VanderLinde. Anfangs setzte die Gruppe auf einen härteren Sound, orientierte sich dann aber zunehmend in Richtung Country-Rock und West-Coast-Musik. Mehr als 20 Jahre später ist die Band nach wie vor aktiv. Sie hat zahlreiche Studio- und Live-Alben veröffentlicht, ist ausgiebig im In- und Ausland aufgetreten und hat sich – besonders in Deutschland – eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Parallel dazu arbeitet Van der Linde ständig an neuen Songs. Die meisten davon landen zunächst in der Schublade; nur wenige schaffen es schließlich auf ein Album. Im Laufe der Jahre hat sich das thematische Spektrum seiner Lieder erweitert. Neben persönlichen Geschichten schreibt er – gemeinsam mit dem Produzenten und Freund Erwin Musper – auch über gesellschaftliche Spaltung, Ausgrenzung und Menschen, die leicht übersehen werden. Besonders interessiert sich Van der Linde für die Hintergründe menschlichen Verhaltens und persönlicher Lebensgeschichten.

Zudem setzt er in der Musikbranche auf Zusammenarbeit statt auf Konkurrenz. Der Erfolg eines anderen schmälert nicht die eigenen Erfolgschancen. Dies knüpft an eine Lektion an, die er schon früh als Bassist gelernt hatte: auf andere hören und das gemeinsame Ergebnis stärken.

In dem Song "I think I slowly slip away" fließen seine eigene Lebensgeschichte und spätere Erfahrungen zusammen. Das Ereignis aus seiner Kindheit erhält in diesem Lied eine neue Bedeutung, da er nun versteht, wie tiefgreifend es ist, wenn Erinnerungen schwinden – sowohl für die betroffene Person als auch für die Zurückbleibenden.

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Quelle: cmm-consulting for music and media