Neues Fontaines D.C. Album angekündigt

Fontaines D.C. kündigen ihr fünftes Studioalbum "Dopamine Chamber" an. Es wurde von James Ford produziert und erscheint am 16. Oktober bei XL Recordings.

"Dopamine Chamber" folgt auf das 2024 veröffentlichte Platin-Album "Romance" und zeigt eine Band, die sich entschlossen von der gitarrenbetonten Klangsprache ihrer frühen Werke entfernt, hin zu etwas Kühlerem, Eigenwilligerem und Synthetischerem. Mit der Ankündigung erscheint die erste Single "Marianne" samt Musikvideo von Dave Meyers.

Als opulenter Einstieg ins neue Album entfaltet sich "Marianne" wie der Samtvorhang eines verfallenden italienischen Theaters: hohe Decken, dekadenter Glanz. Es ist ein teils von der Serie "Ripley" inspirierter Song über Eskapismus und Hedonismus, ein Sirenenruf, der dazu einlädt, dem Untergang zu entfliehen – oder sich ihm geradewegs hinzugeben.

"This year, you should come and stay here / You can follow my lead / I can help you disappear", singt Grian Chatten, umhüllt von der einnehmenden Instrumentierung. Doch unter der verführerischen Oberfläche verbirgt sich eine zentrale Frage: Wie groß ist die Versuchung, sich in der Vorstellung zu verlieren, wenn die Alternative darin besteht, sich der Katastrophe in voller Klarheit zu stellen?

In einer Welt, die zunehmend ins Wanken gerät, beschäftigt sich "Dopamine Chamber" mit unserem Verständnis von Glück und Lust inmitten der Bedrohung und dem, was unser Streben danach über uns selbst verrät. Auf dem gesamten Album bewegen sich Fontaines D.C. – Grian Chatten, Carlos O’Connell, Conor Curley, Conor Deegan und Tom Coll – zwischen Lustgewinn und Angst, bis beide Zustände miteinander verschmelzen. Es spiegelt die erdrückende und überwältigende Gegenwart wider, in der künstliche Intelligenz, Umweltzerstörung und politische Gewalt über dieselben Algorithmen Verbreitung finden wie Memes, Witze und Promi-Kultur.

"Das Album selbst ist eine Dopamine Chamber", so Chatten. "Du trittst hinein und wir testen diese verschiedene bewusstseins- und stimmungsverändernde Musikstücke an dir". Während "Romance" noch vom Gleichgewicht gegensätzlicher Kräfte lebte, kippt "Dopamine Chamber" die Balance bewusst. "Ich glaube, Romance war zu etwa 60 Prozent menschlich und zu 40 Prozent von Automatisierung und einem Verlust von Empfindung korrumpiert", sagt Chatten, der auf der Suche nach Inspiration zuletzt viel Zeit in der verblassenden Pracht von Venedig, Wien und Sizilien verbrachte. Einem allzu einfachen Optimismus wollte er diesmal bewusst keinen Raum geben: "Ich hatte das Gefühl, dass es stärker wäre, die Hoffnung außen vor zu lassen und die Hässlichkeit der Dinge ehrlich abzubilden. Dieses Album soll sich eher wie eine Warnung vor der Katastrophe anfühlen."

"Unsere Alben haben sich immer mit Orten und Zugehörigkeit beschäftigt", sagt Bassist Conor Deegan. "Erst ging es um Dublin, dann darum, von Dublin weg zu sein, und schließlich darum, anderswo Romance zu finden. Bei diesem Album lautete die Frage: Wohin flieht man?" Vielleicht ins eigene Selbst. In Hedonismus, Fantasien, kosmetische Perfektion, ewige Jugend oder das endlose Refreshen des Screens.

Seit inzwischen fünf Alben verweigern sich Fontaines D.C. konsequent der Wiederholung: Von "Dogrel" (2019) über "A Hero's Death" (2020) und das Nummer-1-Album "Skinty Fia" (2022) bis zum anarchischen, kaleidoskopischen "Romance" (2024). Mit "Dopamine Chamber" gehen Fontaines D.C. jetzt ihren radikalsten Schritt: kalte Synthesizerflächen, stampfende Drums, Samples und Trigger, mehrere Songs ganz ohne Gitarren und die schwelgerischen Streicher des italienischen Pop der Sechzigerjahre versetzt in eine künstliche Klangwelt. Für Gitarrist Conor Curley bestand die Herausforderung darin, die musikalischen Referenzpunkte der Band hinter sich zu lassen: "Ich habe nach Dingen gesucht, die in die Zukunft weisen."

"Dopamine Chamber" wurde mit James Ford in London, auf dem englischen Land und in Palermo aufgenommen. "Es gibt dieses eindringliche Gefühl, dass wir an der Schwelle zu einer anderen Form von Menschlichkeit – oder Nicht-Menschlichkeit stehen ", sagt Chatten. Mit ihrem fünften Album haben Fontaines D.C. eine Kammer erschaffen. Was darin mit den Hörenden passiert, wird Teil des Experiments sein.

"Marianne" gibt es ab sofort überall zu hören. "Dopamine Chamber" erscheint am 16. Oktober bei XL Recordings als LP, Deluxe-LP, CD, MC und digital.

Quelle: Beggars Group Limited