THE FOURTH WALL - neues Album im August; erste Single

THE FOURTH WALL -das neue Album "Memories of the Future" ab 28. August (DevilDuck Records/Indigo).

Die melodische Noise-Rock-Band aus Portland veröffentlicht heute die erste Single "City Lights Receding"

Von Sokrates’ Kallipolis bis zu Donna Haraways Cyborg ist die Geschichte übersät mit unzähligen unerfüllten Zukunftsträumen. Was soll mit der schlummernden Energie unserer aufgeschobenen Utopien geschehen? Das fünfte Album von The Fourth Wall, „Memories of the Future“ stellt diese Frage und setzt sich mit den psychologischen Belastungen einer Welt auseinander, in der eine lebenswerte Zukunft immer unvorstellbarer wird.

Inspiriert von Mark Fishers „Capitalist Realism“ und Frederic Jamesons Schriften über Science-Fiction-Literatur und Postmoderne, die die Verarmung der Vorstellungskraft in Bezug auf futuristische Träume hervorheben, präsentieren uns The Fourth Wall neun Songs über eine Zukunft in der Krise und lotet einige der Fallstricke des Lebens in einer angespannten Pattsituation aus.

The Fourth Wall - City Lights Receding: https://www.youtube.com/watch?v=tt-pBjb3rY0

Stephen Agustin zur ersten Single "City Lights Receding":
"Die Erde füllt sich mit Müll, weggeworfenen Gegenständen und veralteter Technik. Gleichzeitig findet eine massive Produktion von Konsumgütern statt, die sich um nostalgische Sehnsüchte dreht und verspricht, die verlorenen Gegenstände wiederherzustellen, die uns täglich verfolgen.
In Science-Fiction-Werken wie Solaris (Stanisław Lem), Neuromancer (William Gibson) und unzähligen anderen taucht die Vergangenheit in Form von Simulakren wieder auf und bietet eine virtuelle Welt, die verspricht, erfüllender (und realer) zu sein als die reale Welt. In diesen Fällen wird Erinnerung – sei es als Trauma oder als phantasmatische Auslöschung – als Flucht aus der Gegenwart dargestellt. Angesichts der Unfähigkeit, sich eine lebenswerte Zukunft vorzustellen, fragt „City Lights Receding“: Ist die Simulation der Vergangenheit alles, was uns bleibt?"

„Memories of the Future“ wurde im Proberaum von The Fourth Wall in Portland aufgenommen, wo die Geister der vergangenen Industrie zahlreiche verfallene Gebäude heimsuchen, die zu Kunsträumen umfunktioniert wurden. Ein vor der Gentrifizierung stehender Übergangsraum, der darauf wartet, von der nächsten unternehmerischen Welle überrollt und verwandelt zu werden. Die Kulisse, in der verlassene Lagerhäuser neben den skelettartigen Anfängen neuer Bauprojekte existieren, passt perfekt zur apokalyptischen Vision von „Memories of the Future“, die oft gleichzeitig ein Gefühl der Leere und der Reizüberflutung vermittelt.

Die fernen Klänge, mit denen die erste Single ‚City Lights Receding‘ beginnt, scheinen von den Betonflächen einer verlassenen Stadt widerzuhallen und werden im nächsten Augenblick durch die körnigen Gitarren- und kantigen Synthesizer-Klänge lebhaft in den Vordergrund gerückt. Dieses Spiel mit räumlichen Schwankungen, eine Strategie, die sich durch das gesamte Album zieht, prägt ‚den Song, der sich mit nostalgischer Sehnsucht auseinandersetzt – dem Wunsch, unsere verlorenen Gegenstände aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen. Wie Frederic Jameson betont, werden kulturelle Produkte in Abwesenheit einer vorstellbaren Zukunft auf Pastiche und Revivalismus reduziert. Eine echo-beladene Stimme singt: „Are you gonna hold this a while in your mind / dying star of all that you’ll leave behind”, und schildert eine Welt, in der das Verlangen in einer Rückwärtsbewegung gefangen ist. Wie die Hauptfigur in Adolfo Bioy Casares’ „Die Erfindung von Morel“, die ihr Leben opfert, um in eine endlose holografische Schleife integriert zu werden, die eine Szene aus der Vergangenheit wiederholt, steht der Erzähler von ‚City Lights Receding‘ vor einer ähnlichen Entscheidung: „I never thought that I would turn it all in / Just to relive the way I lose you again..“ Angesichts der sich abzeichnenden ökologischen Katastrophe, neuer Ölkriege und einer Flut von Produkten, die Gegenständen vergangener Generationen ähneln, ist es schwer, sich nicht zu fragen, ob wir lieber ein Hologramm der Vergangenheit wären, egal, was es kostet.

Ein weiterer Titel aus „Memories of the Future“, ‚Kármán Line‘, versetzt den Hörer in einen fiktiven Monolog des DIY-Raketenbauers Mike Hughes, der sich die Unterstützung der Flat-Earth-Bewegung sicherte, um eine selbstgebaute Rakete zu konstruieren, die ihn Tausende von Fuß in die Luft befördern und ihn zur Grenze zwischen Erde und Weltraum bringen sollte. Im Jahr 2020 versagte seine selbstgebaute dampfbetriebene Rakete und stürzte ab, was zu seinem vielbeachteten Tod führte. Der Erzähler des Songs handelt nach einer waghalsigen Ethik und erkennt den Vorrang des Spektakels bis hin zum Tod an. Es ist nicht wirklich klar, ob Hughes glaubte, die Erde sei flach, oder ob er diese Provokation lediglich nutzte, um mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Song untersucht jedoch eher die Nuancen des Eskapismus, der diesen Todestrieb antreibt. Im Gegensatz zu der explosiven Energie, mit der ‚Kármán Line‘ beginnt, singt am Ende des Songs eine erschöpfte Stimme: „There’s a line between all my sadness and the power to make me weep“, und spekuliert damit, dass der Wunsch nach Transzendenz immer ein Wunsch ist, über etwas hinauszugehen. Seine Entfremdung von seiner Familie, die Unsicherheit seines Arbeitslebens und seine prekäre finanzielle Lage könnten alle dazu beigetragen haben, dass er alles auf eine Karte setzte und sich auf das größte Spektakel seines Lebens einließ. In unserem kybernetischen Zeitalter, in dem die Kommodifizierung von (Fehl-)Informationen uns die Fragmentierung der Wahrheit beschert hat (den Tod der „großen Erzählungen“, wie Jean-François Lyotard es ausdrückt), wird das Spektakel in den Augen unseres Erzählers zum letzten Mittel, um uns zu vereinen.

The Fourth Wall ist eine fünfköpfige Band aus Portland, Oregon. Seit den Anfängen des Projekts (in Oahu, Hawaii) hat die Band ihr Publikum vergrößert, indem sie als Support für The Shins, Andrew Bird, Band of Horses und Typhoon auftrat. Das aktuelle Line-Up besteht aus Stephen Agustin, Kasey Campbell-Shun, Kendall Sallay, Jason Taylor und Andrew White.

The Fourth Wall
"Memories of the Future"
Label: DevilDuck Records
Vertrieb: Indigo
VÖ: 28.08.2026

Tracklist:
1. Zeno’s Paradox
2. City Lights Receding
3. Archive Fever
4. Entropy
5. Tomorrow My Love
6. Kàrmàn Line
7. Before I Lose The Feeling
8. For No One’s Eyes
9. Future Memory

https://www.facebook.com/thefourthwallpdx

Quelle: Oktober Promotion

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